Test: Story Cubes

 Unser erster Test befasst sich mit "Rory's Story Cubes".


Das Prinzip ist einfach:
9 Würfel mit jeweils 6 Bildchen.
Möchte ich nun beispielsweise eine Geschichte schreiben, weiß aber nicht worüber, würfle ich mit allen 9 Würfeln. Beginnend mit dem BWürfel der mir als erstes ins Auge fällt, versuche ich mit Hilfe der Bilder eine Geschichte zu bauen.

 

Das gleiche kann man auch in größerer Runde machen. Jeder würfelt einmal und baut mit den 9 Bildchen ein Kapitel. Dann ist der nächste dran und setzt die Geschichte fort.

Man kann die Würfel auch zum Heldenbau nutzen, wie der Hersteller beschreibt.

 

Wir sind jedenfalls gespannt und werden euch bald über unsere Erfahrungen mit diesen kleinen Storyhelfern berichten!

Team-Beurteilung

Nach eingehendem Testen sind wir zu dem Schluss gekommen: Rory’s Story Cubes machen nicht nur Spaß sondern helfen in vielerlei Hinsicht bei der Entwicklung von Charakteren, Welten, Geschichten, und vielem Mehr und sind ein unabdingbares Tool für jeden Autoren.

 

Die 9 Würfel bieten viele verschiedene Möglichkeiten der Nutzung, von einfachen Story-Würfeln und Geschichtenerzähl-Bausteinen, über interessante Kombinationen mit Wortspielen oder Kreativitätsübungen.

 

Das einzige Manko: Man muss aufpassen sich in seinen Interpretationen der einzelnen Würfelbilder nicht zu versteifen, sondern sollte versuchen flexibel zu bleiben und nach neuen Blickwinkeln und Bedeutungen zu suchen.

 

Hier sind einige Varianten, wie wir die Würfel genutzt haben:

 

Einfache Geschichte
Alle 9 Würfel werden geworfen und einer erzählt oder schreibt eine Geschichte in dem alle aufgedeckten Bilder enthalten sein müssen.

 

Das hat tatsächlich sehr gut funktioniert, allerdings wurden einige Geschichten albern oder es kamen Märchen dabei heraus.

 

 

Epische Geschichte

Alle 9 Würfel werden von einem Spieler geworfen, dieser erzählt einen Teil einer Geschichte und der nächste setzt sie fort indem er wiederum alle 9 Würfel wirft. Das Ganze geht so lange herum, bis der letzte Spieler an der Reihe ist und die Geschichte vollendet, oder aber man lässt die Geschichte mehrere Runden durchlaufen, ehe sie beendet wird.

 

Hier wurde es für uns ehrlich gesagt zu komplex. Während manche sich unglaublich viel Mühe gaben und ihren Teil der Geschichte ausschmückten mit allerhand Details, rauschten andere wie mit einer Checkliste durch die aufgedeckten Bilder. Es dauerte auch viel zu lange und nach und nach entwickelte sich Unmut und schlechte Stimmung. Das kann aber auch an unserer Runde gelegen haben. Wir sind schließlich nicht alle Schriftsteller.

 

 

Gemeinsame Geschichte

Gleiches Prinzip wie Epische Geschichte, nur, dass der Spieler nicht 9, sondern nur 4 Würfel wirft.

 

Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass die Erzähler schneller wechseln und durch die begrenzten Würfel halten sich alle etwas kürzer. Dadurch ist der Unterschied zwischen Spielern mit Schriftstellerischem Hintergrund und Spielern ohne nicht mehr so groß und der Spielspaß blieb auch nach der 5. Runde noch erhalten. Es wurde herumgealbert, dramatisiert und und und.

 

 

Helden

3 Würfel werden geworfen und aus den aufgedeckten Bildern wird ein Charakter definiert.

 

Ob man nun 3 oder 5 Würfel wirft, die Idee aus den Bildern einen Charakter zu bauen ist clever! Durch die unterschiedlichen Kombinationen hält man sich weniger an stereotypen, was zu einer Reihe interessanter und innovativer Figuren führen kann. Dabei müssen es natürlich nicht nur Helfen sein. Man kann genauso gut einen Antihelden, ein Objekt oder eine Kreatur mit den Würfeln erstellen. Bei den letzten beiden braucht es manchmal etwas mehr Kreativität und freie Interpretation der Würfelbilder.

 

 

Welten

Alle 9 Würfel werden geworfen und aus den aufgedeckten Bildern eine Welt oder Stadt gebaut.
Nach Belieben kann man die Würfel erneut werfen um bestimmte Details auszubauen.

 

Da viele junge Autoren mit Fantasy-geschichten anfangen, wollten wir natürlich auch testen, ob man mit den Story Cubes auch ganze Welten bauen kann. Bei uns hat es ein paar Versuche gebraucht, bis wir eine ernstzunehmende Idee zusammen hatten, aber es hat funktioniert.

 

Inzwischen gibt es Rory’s Story Cubes auch als App und in vielen verschiedenen Themen-Varianten.

 

9er Set: Actions, Voyanges
3er Mix: enchanted, fright, intergalactic, medic, score, clues, prehistoria, Animalia, mythic
Special: Batman, Mumin

 

 

Enny's Beurteilung

Am Anfang war ich ganz aufgeregt und konnte es kaum erwarten die Story Cubes auszuprobieren!


Auf der Arbeit muss ich mir immer wieder neue Mini-Stories für Quests und Dergleichen ausdenken, da dachte ich „Perfekt!“ und nahm sie gleich einmal mit.

 

Zuerst würfelte ich mit allen 9 Würfeln, aber das war schon eine viel zu große Geschichte, als dass man es hätte für eine Quest oder kleine Questreihe nutzen können.
Also bin ich umgestiegen auf 3er Wurf. Das hat zwar schon viel besser gepasst, aber es war immer noch schwierig die Bilder auf das Genre und anderen Rahmenbedingungen meines Spiels anzupassen.

 

 

Um ehrlich zu sein, war ich nach dem ersten Tag etwas enttäuscht.


Am nächsten Tag lagen sie noch auf meinem Tisch und mir fehlte ausnahmsweise eine gute Idee. Also gab ich den Würfeln noch eine Chance und - siehe da! auf einmal klappte es ganz fabelhaft!

 

Seither nutze ich sie beinahe täglich, mindestens 2-3 Tage die Woche.

 

 

Der Nachteil der Story Cubes ist daher, dass man sich erst daran gewöhnen muss mit ihnen zu arbeiten und sich ein eigenes System ausdenken muss, dass auf die eigene spezielle Arbeitsweise passt.

 

 

Der Vorteil bei den Story Cubes ist, dass sie einem bereits kleine Elemente liefern. Man muss also eine Geschichte nicht komplett selbst ausdenken, sondern bekommt bestimmte Bausteine und muss diese nur vernünftig zusammen bauen. Das spart in meinem Fall einiges an kreativen Energien die ich dann zu Hause für private Projekte verwenden kann. Normalerweise bin ich dafür abends viel zu erschöpft.