Ich liebte es immer zu puzzeln. Tue ich noch heute.

Es ist eine tolle Art die Beobachtung und Interpretation der gesehenen Dinge und deren Bedeutung zu trainieren, ebenso wie die Erkenntnis, dass zwei unterschiedliche Teile perfekt zusammen passen können.
Fehlt jedoch nur ein Teil, kann man das Puzzel nicht vollenden.
Geschichten zu schreiben ist da nicht anders.
Eine fehlende Idee, Charakter, Szene, selbst ein vergessenes Wort kann die gesamte Geschichte beeinflussen.

Fehlt ein Teil, fühlt sich das eigene Werk nicht richtig an, unvollständig. Das gleiche gilt für falsch platzierte Teile. Schwierig wird es dann, wenn man versucht herauszufinden bei welchem Teil das Problem liegt.

Aber das Furchtbarste ist, wenn man ein Teil verliert. Diese nagende Frustration nicht zu wissen, wo man es verloren hat oder wie es aussah, gefolgt von Bedauern sobald man den Platz im Puzzel entdeckt hat, an dem es hingehört hätte.

Ich hatte nicht immer etwas zu Schreiben dabei und das war eine harte Lektion.


Es ist Inspiration. Es ist mehr als Inspiraiton. Es ist Freiheit.

"Geschichtenschreiben ist wie ein Puzzel. Es braucht ein Teil um anzufangen und jedes Weitere hilft dabei das Gesamtbild zu erstellen."

Enny Wilsbrook

Vor vielen Jahren ging ich von der Schule nach Hause. Der erdige Weg führte direkt durch den Wald daher traf ich selten jemanden, abgesehen von ein paar Fahrradfahrern. Plötzlich entdeckte ich etwas. Etwas kleines das direkt vor meinen Füßen im Boden steckte. Es war ein Puzzelteil. Vorsichtig wischte ich den Dreck weg und - zu meiner Überraschung - legte ein Stück blauen Himmel frei mit weißen Wolken. Natürlich fand ich nie heraus zu welchem Puzzel das Teil gehörte noch, wer dessen Besitzer gewesen war aber mir tat das kleine Teil leid also nahm ich es mit nach Hause.

Ich weiß noch, dass ich mich fragte, warum es jemand dort verloren hatte. Schließlich geht nicht jeder mit einem Puzzel durch den Wald und dann noch auf eine Art, dass die Teile verloren gehen. Es war auch zu klein für ein Kinderpuzzel.
Dann dachte ich darüber nach, wie der Himmel wohl aussehen würde, wenn ihm ein Teil fehlte. Was würde dahinter zum Vorschein kommen? Das Universum?
Ohne es selbst zu merken, wurde dieses Teil zu einem Symbol einer Idee, eines Traums, ein Wunder für mich, dass ich noch heute sehr schätze. Es inspiriert mich, baut mich auf wenn ich in den tiefen Sümpfen des Schreiber-Daseins versinke und obwohl ich inzwischen viele dieser Himmelsteile gebastelt habe, kann keines davon mit meinem Fund aus dem Wald mithalten.